Ja...
Zumindest dann, wenn man, so wie ich, wissen will, was wohl theoretisch aus den Katzen
herausgekommen wäre, die ich als Liebhabertiere gekauft habe und womit es bei der Theorie bleiben wird.
Ich habe viel gelesen, einiges verstanden, einiges nicht und wenn sich doch ein Fehler
eingeschlichen hat, dann macht mich bitte darauf aufmerksam, damit ich es korrigieren kann!
Die Körperzelle aller Lebewesen enthält eine komplette Bauanleitung ihrer Spezies: Die Chromosomen.
Die Gruppen der Chromosomen sind in Genen zusammengefasst. In der Bauanleitung steht, wie groß das Tier wird,
welche Farbe sein Fell haben wird, welche Augenfarbe etc. Die Chromosomen treten immer
paarweise in einem Gen auf und drehen sich zu einer Spirale zusammen.
Die paarweise Anordnung ist wichtig, damit sich die Gene bei der Fortpflanzung teilen können und
jeweils eine komplette Kopie ihrer Chromosomensätze an die Nachkommen weitergeben. Dadurch, dass
das zu gleichen Teilen von Vater und Mutter geschieht, haben die Nachkommen wiederum eine
paarweise Anordnung der Chromosomen in ihren Genen. Wäre das nicht so, würde es zu einer
permanent steigenden Chromosomenanzahl führen.
Von den 38 Chromosomen, die eine Katze im Erbgut trägt, entsprechen sich bei beiden
Geschlechtern 18 Chromosomenpaare (Autosomen). Das 19. Chromosomenpaar besteht aus dem
Geschlechtschromosom (Heterosomen) und setzt sich bei der Kätzin aus zwei gleichwertigen
X-Chromosomen, beim Kater aus einem X- und einem Y-Chromosom zusammen. Bei den männlichen
Tieren gibt es unter den ansonsten gleichartigen Chromosomen eine Anomalie:
Man findet 9 kleine und 9 große Chromosomenpaare. Das 19. Paar enthält unterschiedlich große
Chromosomen - das kleine Y- und das große X-Chromosom. Das Geschlecht des Nachwuchses wird
von den Samenzellen des Katers bestimmt da nur seine Keimzellen (Spermien) das Y-Chromosom
enthalten.
Bei der Verschmelzung des einfachen Chromosomensatzes von Kater und Kätzin während der
Befruchtung entstehen demnach Eizellen mit einheitlichen XX oder uneinheitlichen
XY-Geschlechtschromosomenpaaren. Katze und Kater.
Allein das X-Chromosom beherbergt bei Katzen jenes Gen, das die Bildung roter bzw.
nicht-roter (d. h. schwarzer) Pigmente steuert. Die Kätzin ist aufgrund ihrer beiden
XX-Chromosomen entweder schwarz, rot oder zweifarbig (auch verdünnte Farben), der Kater
lediglich einfarbig, schwarz oder rot, weil nur ein X-Chromosom im XY enthalten ist.
Als ich damit begonnen habe, den genetischen Code meiner beiden Coonies zu ermitteln,
bin ich auf sieben Hauptgruppen von Genen mit ihren Allelen (sozusagen die elterlichen
Schalterstellungen „ist so“ oder „ist nicht so“) gestoßen, die mir für die Rasse der Maine Coon
wichtig erscheinen: Agouti, Verdünnung, Silber, Rot, Scheckung, Tabby, Weiß.
Aber vorher noch ein kurzes Glossar für die wichtigsten genetischen Fachbegriffe:
| A agouti |
| A dominant |
Wildfarbe, Haare sind gebändert in schwarz und braun |
| a rezessiv |
Einfarbigkeit (oder Solid) |
| |
In den Erbanlagen einer jeden Main-Coon-Katze ist immer eine Fellzeichnung (Tabby)
festgelegt. Das Agouti-Gen ist dafür verantwortlich, ob diese Zeichnung sichtbar wird
oder nicht. Eine Katze besitzt nämlich 2 Pigmentsysteme. Eines davon ist für eine
gelblich-graue Grundfarbe (Agouti) verantwortlich. Das andere Pigment-System ist für
die Färbungen Schwarz (bzw. Braun) oder Rot (bzw. Orange) verantwortlich (siehe Orange-Gen). Die Sichtbarkeit einer Tabby-Zeichnung ist in der Regel jedoch nur in Verbindung mit der Agouti-Pigmentierung gegeben.
Wir sprechen von Groß-A (Agouti, dominant) oder Klein-a (non-Agouti, rezessiv).
Entsprechend entstehen erbtechnisch 3 mögliche Konstellationen:
- Beide Elterntiere vererben A, ergibt AA: reines Tabby
- Ein Elternteil vererbt A der andere a, ergibt Aa: Tabby
(weil A dominant über a) mit der Möglichkeit, Agouti und Non-Agouti zu vererben
- Beide Eltern vererben Non-Agouti , ergibt aa: reines Non-Agouti
Ergo trägt eine Katze ohne Tabby-Zeichnung immer aa. Eine Katze mit Tabby kann sowohl AA,
als auch Aa tragen. Wie man leicht sieht, ist einem Tabby-Tier nicht anzusehen,
ob es Non-Agouti vererben kann.
1 - A gebändertes Haar 2- a reinerbig, Agouti wird unterdrückt
| D Pigmentierung |
| D unverdünnt |
Vollfarben (schwarz u. rot) Vollpigmentierung |
| d verdünnt |
verdünnte Pigmentierung der Haare (blau u. Creme) |
| |
Das dominante D-Gen steht für Dense (dicht) und sorgt durch sehr dichte Pigmentierung
für die Farben Black und Rot, bzw. Tortie. Das rezessive d-Gen verdünnt diese Färbungen
durch eine weitaus geringere Pigmentierung zu Blue, Cream, bzw. Blue-Tortie. Die Farben
wirklen blasser und heller.
1 - D Vollpigmentiertes Haar 2- d geringer Pigmentiert (verdünnt)
| I (verantwortlich für Silber) |
| I Melanininhibitor-Gen |
unterdrückt Pigmentierung in Teilbereichen der Haare (alle Silbervariationen) |
| i normale Pigmentierung |
ohne Silber |
| |
Im Gegensatz zur Farbverdünnung verhindert (inhibit - engl. verhindern) das dominante I-Gen die durchgehende
Farb-Pigmentierung des einzelnen Haares und hellt dieses von der Wurzel herauf
soweit auf, so dass nur noch die obere Hälfte des Haares oder weniger (dunkel)gefärbt bleibt.
Das Durchscheinen dieser helleren Haarhälfte lässt das Fell leicht silbern erscheinen.
Das I-Gen ist also für die Silber-Varianten zuständig. Je nach Grundfarbe, z.B. bei
einer Solid-Black-Katze entsteht häufig auch eine Art Rauchglas-Effekt. Daher sprechen
wir in einem solchen Falle nicht von Black-Silver, sondern von Black-Smoke.
Der Variantenreichtum der durch das Inhibitor-Gen ausgelösten Effekte ist recht groß.
Innerhalb der einzelnen Fellfärbungen, als auch in Verbindung mit unterschiedlichen
Tabby-Mustern sind unterschiedlichste Ausprägungen zu verzeichnen. Darüberhinaus kann
auch die „Reichweite" des Pigmententzugs stark variieren. Ist z.B. nur noch das obere
Viertel der Haare pigmentiert, so sprechen wir von Silver-shaded. Bleibt gar nur noch
die Haarspitze pigmentiert, so dass nur noch der sehr zarte Anflug einer Grundfärbung
erkennbar ist, spricht man oft von Chinchilla.
1 - i Vollpigmentiertes Haar 2- I Silberhaar
| O (o gegenüber nicht dominant, sondern gleichwertig, daher Schildpattfarbe möglich) |
| O rot |
wandelt schwarz in rot, ist geschlechtsgebunden |
| o nicht rot |
schwarz |
| |
Dieses Gen bestimmt die Grundfärbung des zweiten (Non-Agouti-) Pigmentsystems der Katze.
Groß-O (ursprünglich für Orange, heut spricht man jedoch von Rot) und klein-o für Black
(mitunter auch als Brown bezeichnet) Das O-Gen ist nicht dominant/rezessiv, sondern
O und o wirken beide. In einem solchen Fall werden ergo beide Farben gleichzeitig vererbt
und wir sprechen von Tortie (2-Farbigkeit). Dabei gibt es allerdings eine ganz ungewöhnliche
Besonderheit. Tortie, also Oo gibt es nahezu nur bei weiblichen Katzen. Woran liegt das?
Hierzu sei ein Ausflug in die Geschlechts-Chromosomen erlaubt.
Die für das Geschlecht und die Geschlechtsmerkmale zuständigen Gene sind bei Mensch und
Tier in einem ganz bestimmten Chromosomenpaar zusammengefasst. Hierbei definiert sich das
weibliche Geschlecht durch zwei so genannte X-Chromosomen. Im männlichen Falle liegt dem
X-Chromosom ein Y-Chromosom gegenüber. Folglich kann das Weibchen immer nur das X-Chromosom
vererben, das Männchen hingegen entweder X oder Y. Ergo ergeben sich wieder
gleichwahrscheinlich die Möglichkeiten XX (weiblich) oder XY (männlich).
| Gene Katze XX |
Gene Kater Xy |
| XO XO |
 |
Rot |
xo y |
 |
Rot |
| Xo Xo |
 |
Schwarz |
Xo y |
 |
Schwarz |
| XO Xo |
 |
Schildpatt |
XO Xo y |
 |
Schildpatt |
Daraus kann gefolgert werden:
- verpaart man schwarz und rot, bekommt man bunte Mädchen, die Jungs haben die Farbe der Mutter
- verpaart man schildpatt mit rot, bekommt man rote und bunte Mädchen, die Jungs sind schwarz oder rot
- verpaart man schildpatt mit schwarz, bekommt man bunte und schwarze Mädchen, die Jungs sind schwarz oder rot
- verpaart man rot mit rot, bekommt man roten Nachwuchs
In diesem Chromosomenpaar ist nun aber zufällig das Orange-Gen verankert, tritt
allerdings als O- oder o-Veranlagung nur im X-Chromosom auf. Haben wir es also mit
einem Weibchen zu tun so können alle 3 Varianten (OO, Oo und oo) auftreten. Bei einem
Kater hingegen liegt dem O-Gen im Y-Chromosom ein Gen gegenüber, dass keinerlei Einwirkung
auf die Farbe des Tieres nimmt; es ist farbgenetisch neutral, und daher bezeichnen wir
es mit = (oft auch nur -). Folglich können bei männlichen Tieren nur die Varianten
O= oder o= vorkommen, normalerweise aber nie Oo....
Normalerweise...
Ausnahmen bestätigen die Regel: Durch eine Fehlerhafte Geschlechtschromosomen zum Beispiel
können XXY-Kater geboren werden. Das sind die so genannten Calico-Kater.
Wie wir gesehen haben, setzt die Dreifarbigkeit zwei X-Chromosomen mit dem Gen orange voraus.
Zwei X-Chromosomen hat aber nur die weibliche Katze, denn der Kater besitzt ein X-und
ein Y-Chromosom, somit entfällt bei ihm die Voraussetzung für die Dreifarbigkeit.
Die Natur besteht darauf, dass der Chromosomensatz (Anzahl der Chromosomen) für das
jeweilige Lebewesen streng eingehalten wird (im Falle der Katze 38 Chromosomen).
Der Natur unterlaufen allerdings ab und zu Fehler, die auch bei Menschen zu überzähligen
Chromosomen führen können. Das führt in der Regel zu schweren Krankheiten
(z.B. dem Down-Syndrom). Zählt das überzählige Chromosom zu den Geschlechtschromosomen,
sind die Auswirkungen nicht so drastisch. Bei Männer wird das Vorhandensein eines
überzähligen X-Chromosoms als Klinefelter Syndrom bezeichnet. Kater, mit dem XXY-Chromosom
erfreuen sich meist voller Gesundheit, sie sind allerdings zu ca. 80% steril. Der Fehler
tritt bei dem komplexen Reduktionsteilungsvorgang der Meiose auf.
Während durch die Mitose Körperzellen für Wachstum und Gewebeteilung reproduziert werden,
ist die Meiose für die Produktion von Gameten (Geschlechtszellen) verantwortlich. Bei der
Meiose finden im Gegensatz zur mitotischen Teilung zwei Zellteilungen statt und es
entstehen vier Zellen (statt zwei wie bei der Mitose).
Untersuchungen haben ergeben, dass es außer der oben erwähnten XXY-Konstellation dieser
sogenannten Genmosaiken noch weiter Mutationen geben kann:
XXY XXX XYY XO YO XXXY XXXXY XXYY
Geburtswahrscheinlichkeiten:
XXX Superweibchen, 1:1400
XYY Supermännchen, 1:1000
XXY Männchen mit einem X-Chromosom zuviel, (bei Menschen Klinefelter Syndrom) steril,1:1500
XO Weibchen mit nur einem X-Chromosom, (bei Menschen Turner Syndrom) steril, 1:1000
YO Männchen mit fehlendem X-Chromosom, letal (nicht lebensfähig), 1:3500
Die Chimären , z.B. XX/XY, entstehen durch die Verschmelzung eines männlichen und eines
weiblichen Fötus im Mutterleib. Fertile (fruchtbare) dreifarbige Kater sind im Regefall
solche Chimären. Dadurch, dass die Hälfte Ihrer Zellen XY ist, können lebensfähige Spermien
gebildet werden. Diese Kater zeugen Nachkommen wie normale rote Kater.
| S Scheckung |
| S Scheckungsgen (white-spotted) |
weiße Flecken im Fell, variabel |
| s nicht gescheckt |
Farben ohne weiß |
| |
Das S-Gen beschreibt die Veranlagungen von Weißanteilen im Fell. Wir sprechen dann
von „... mit Weiß", z.B. Black Tortie mit Weiß oder Red Tabby mit Weiß, etc..
Die Ausprägungen dieser Weißanteile sind recht vielfältig ; sie reichen von
weißen Pfötchen bis hin zu großen weißen Placken, die mitunter über 50% des Fells
mit Weiß bedecken.
Nummer 1 - 3: sehr wahrscheiliche Genkombination Ss
Nummer 4 - 5: kann sowohl Ss als auch SS sein
Nummer 6 - 7: sehr wahrscheiliche Genkombination SS
Im Sinne einer präzisen Definition handelt es sich bei der S(Weiß-Spotted)-Veranlagung nicht
um ein einzelnes Gen, sondern um eine Gruppe sehr eng miteinander verknüpfter Gene,
deren Details bis heute noch nicht vollständig erschlossen sind. In jeder Gruppierung
gibt es selbst wieder dominante und rezessive Gene. Der Einfachheit halber spricht man
dennoch vom S-Gen. Allerdings sind hierbei die Bezeichnungen S (dominant) und s (rezessiv)
lediglich als Wahrscheinlichkeiten anzunehmen. Als Grundregel gilt: je mehr Weißanteile
die Eltern haben, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, entsprechende Weißanteile
auf den Nachwuchs zu übertragen. Eine genotypisch verlässliche Aussage ist allerdings
daraus nicht abzuleiten.
| T Fellzeichnung |
| T getigert (tabby) |
getigert, mackerel nur bei Agouti aktiv (AA, Aa) |
| t tabby gestromt |
classic nur bei Agouti aktiv (AA, Aa) |
| |
Alle Katzen sind genetisch Tabbys. Durch maskierung oder Unterdrückung der Streifenzeichnung
kommt es zu mehr oder weniger stark ausgeprägter Sichtbarkeit.
Es gibt 2 mögliche Tabby-Ausprägungen, Mackerel-Tabby (getigert, d.h. dunklere getigerte
Streifen treten aus der Agouti-Grundfärbung hervor) oder Classic-Tabby (gestromt ,
wobei es sich um eine unregelmäßige Fleckung, bzw. nicht-parallele Streifung auf dem
helleren Agouti-Untergrund handelt). Das T-Gen (Mackerel) ist hierbei dominant gegen
über dem rezessiven t-Gen. Auch hier konnen 2 Mackerel-Konstellationen entstehen, nämlich
TT und Tt, sowie die Classic-Tabby-Konstellation tt.
Ungeachtet des Tabby-Genotyps wird die Tabby Anlage nur sichtbar, wenn das Agouti-Gen A
vorhanden ist. 3 Beispiele zur Verdeutlichung:
Aa Tt ergibt optisch Mackerel-Tabby
aa Tt ergibt Non-Agouti, weil wegen aa die Tabby-Anlage nicht sichtbar wird
Aa tt ergibt Classic-Tabby
Anmerkung: Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle bemerkt, daß es bei Genpaaren
nicht unbedingt nur, wie in den bisherigen Beispielen dargestellt, zwei konkurrierende
Zustände (Allele) gibt. Für die unterschiedlichsten Katzenrassen gibt es genaugenommen 3
verschiedene Tabby-Ausprägungen, nämlich
1 - t oder tb (Blotched-, bzw. Classic-Tabby)
2 - T (Mackerel-Tabby)
3 - wahrscheinlich sp (spotted/getupft)
4 - Ta (Abbessinier-Tabby).
Für Maine-Coons sind de facto aber nur T und t (auch tb genannt) sowie neuerdings
auch die Spotted relevant.
Für Letztere wird allerdings vermutet, dass es ein eigenes Allel "sp" gibt, welches die
Tabbyzeichnung in Tupfen aufbricht und das sich wahrscheinlich mit allen Tabbyarten
kombinieren kann.
| W weiß |
| W weiß |
Weißes Fell, W maskiert alle anderen Farbgene |
| w nicht weiß |
Alle anderen Farben sind zugelassen |
| |
Im Gegensatz zum S-Gen ist das dominante W-Gen für die ganzheitliche Weißfärbung des
Fells verantwortlich. Es ist genotypisch nicht mit der „S(Spotted)"-Gengruppe verwandt.
Die Weißfärbung durch das W-Gen geht im übrigen auch einher mit ganz bestimmten
zusätzlichen Merkmalen. Dazu gehört unter anderem auch die Augenfarbe des Tieres.
Diese kann blau, grün, orange oder odd-eyed (ungleich, ein Auge blau, das andere orange)
sein. Da die White-Veranlagungen mitunter im Zusammenspiel mit „begleitenden" Erbschäden,
wie z.B. Taubheit, auftreten und diese offensichtlich auch weitervererben können, sind
mittlerweile bestimmte White-Konstellationen von den Zuchtverbänden untersagt worden.
Auch hier sind die exakten Zusammenhänge noch nicht vollständig erforscht. Es gibt auch
noch Unklarheit darüber, ob und in welcher Weise das W-Gen Einfluss auf einen möglichen
Albinismus (Weißfarbigkeit, bzw. Farblosigkeit durch Pigmentmangel) im medizinischen Sinne
nimmt.
Das Weiß-Gen ist epistatisch. Das bedeutet, es maskiert alle anderen Farben. Eine weiße
Katze kann also entweder rot oder schwarz sein - genetisch betrachtet.
Welche Farbe im Untergrund schlummert, können nur Testverpaarungen ergeben.
Beispiel am lebenden Objekt?
Della – black silver mackarel torbie (schwarz-silber gestromt schildpatt)
Bevor ich den Code erkläre, noch eine kurze Anmerkung zu ihren Eltern. Ihre Mutter ist eine
Red-Tabby, ihr Vater ein Black-Silver-Tabby.
sie muss Agoutiträgerin sein, da sie gestromt ist und das Agoutiallel erst die Tabbyallele
aktiviert: A-
Trotz dieses Wissens können die Lücken in Hinsicht auf die fehlenden Allele nicht
geschlossen werden. Sie könnte von einem Elternteil zum Beispiel ein rezessives Agoutiallel
geerbt haben, dann müsste am Anfang Aa stehen. Die Wahrscheinlichkeit für ein AA ist aber
in diesem Fall höher. Nur, nichts genaues weiß man nicht – dafür müssten Katzenkinder her...
Sie hat eine unverdünnte Fellfarbe: D-
Sie trägt das Silbergen: I-
Sie hat Rotanteile sowie schwarz im Fell: Oo
Sie ist nicht gescheckt: ss
Sicher ist auch ss – keiner der Elternteile war gescheckt, somit kann auch keiner ein
dominantes S vererben.
Sie ist gestromt (mackarel): T-
Sie ist nicht reinweiß: ww
Und auch ww ist eindeutig, kein Elternteil war komplett weiß, daher auch hier keine Möglichkeit zur Vererbung eines dominanten Weißallels.
Ihr genetischer Code, der immer die ererbten Allelpaare beider Eltern beinhaltet, lautet:
A- D- I- Oo ss T- ww
Norbert ist genetisch ein wenig einfacher gestrickt:
Seine Mutter war eine Black/White, sein Vater ein Black-Silver-Tabby.
Er selber ist ein Black-Smoke/White
Wir wissen also:
Er trägt kein Agouti, er ist nicht gestromt: aa
Sein Haar ist halb schwarz und halb silber: D- I-
(Genetische Voraussetzung für smoke ist nonagouti plus Inhibitorgen I)
Er ist nicht rot: oo
Er ist weiß gescheckt: S-
Er hat keine Tabbyzeichnung: --
Er ist nicht rein weiß: ww
Sein Code lautet:
aa D- I- oo S- -- ww
Eigentlich ganz einfach, nicht wahr? *ggg*